Die Beichte oder das Sakrament der Versöhnung
Das Sakrament der Beichte kann jeden Freitag von 17.15 Uhr bis 17.45 Uhr in St Magnus oder nach vorheriger Vereinbarung empfangen werden. In den geprägten Zeiten des Kirchenjahres werden besondere Beichtzeiten angeboten, zudem finden über das Jahr unsere Barmherzigkeitssonntage statt, bei denen mehrere Beichtväter zugegen sind.

Beichte während der Corona-Krise:
Die Beichte ist ein unverzichtbares Grundsakrament und kann daher auch und besonders in diesen Zeiten empfangen werden. Hierzu ist allerdings eine Anmeldung per Telefon, E-Mail oder persönlich erforderlich. Selbstverständlich werden dabei die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen getroffen.

Ablauf der Beichte
Die Beichte beginnt damit, dass der Beichtende (B) sich bekreuzigt und spricht:  
B: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Der Priester (P) antwortet etwa folgendermaßen: Gott, der unser Herz erleuchtet, schenke dir wahre Erkenntnis deiner Sünden und seiner Barmherzigkeit
B: Amen.

Es folgt das Bekenntnis des Beichtenden. Es soll ehrlich und persönlich sein. Eine Hilfe dazu ist es, wenn der Beichtende von seiner Situation und seiner Schuld erzählt. So werden für den Beichtenden und für den Priester auch Hintergründe und Ursachen für die Sünden und Fehler eher offenbar. Der Priester kann beim Bekenntnis helfen, wenn es nötig ist. Es ist üblich, das Bekenntnis mit einem kurzen Reuegebet abzuschließen (etwa: Ich bereue, dass ich Böses getan und Gutes unterlassen habe. Erbarme dich meiner, o Herr.). 

Nun folgt das Beichtgespräch. Am Ende des Beichtgespräches steht die Übernahme eines Bußwerkes, das häufig aus Gebeten besteht. In diesem Teil der Beichte gibt es kaum liturgische Strukturierung, sie ist dem persönlichen Gegenüber zwischen Beichtendem und dem Priester, der in der Beichte Christus selbst vertritt, gewidmet. Ist das Beichtgespräch beendet, erteilt der Priester die Lossprechung (Absolution) von den Sünden, wenn die Voraussetzungen dafür auf der Seite des Beichtenden vorliegen. Bei diesen Voraussetzungen handelt es sich um:  

  • Reue über die begangenen Sünden. Reue muss nicht unbedingt mit einem tiefen „Gefühl" der Zerknirschung einhergehen, sie kann auch aus Einsicht entstehen.
  • Ehrliches Aussprechen der Schuld im Bekenntnis. Es kommt dabei nicht auf die Benennung von allem und jedem an, sondern auf die Darlegung des Kerns des Problems und die Aufrichtigkeit.  
  • Vorsatz, schuldhaftes Verhalten zu ändern und Schaden wieder gutzumachen. Hier geht es um eine ernste Absicht und wirkliches Bemühen, auch wenn die Frage des Gelingens der Besserung noch fraglich erscheint.

Die Worte der Lossprechung sind:
P: Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
B: Amen.

Es folgt nun der Dank und die Entlassung:
Nach der Entlassung durch den Priester soll der Beichtende noch eine Danksagung für die erfahrene Vergebung halten, außerdem kann eine etwa auferlegte Gebetsbuße nun verrichtet werden.

Der Ablauf des Bußsakramentes findet sich im Gotteslob Nr. 60. Das Gotteslob liegt für gewöhnlich in katholischen Kirchen und Kapellen am Eingang oder in den Bänken zur Benutzung vor Ort aus. 

Neben der traditionellen Form der Ohrenbeichte im Beichtstuhl wird oft auch das Beichtgespräch angeboten, das den Beratungsaspekt für die Lebensführung stärker in den Vordergrund rückt.