Pfarrkirche St. Magnus

Jedem Besucher Bad Schussenrieds, der im Stadtgebiet unterwegs ist oder durch das frühbarocke Törchen in den Klosterhof gelangt, fällt sofort der 55 m hohe Kirchturm auf, der das ganze Schussental beherrscht. Aber auch die umgebende Stiftsanlage mit früh- und spätbarocken Trakten, das langgestreckte Gotteshaus mit seinem eigenartigen Vorbau ziehen den Besucher in seinen Bann.

Die Grundsteinlegung der Klosterkirche St. Magnus (und Maria) ist auf das Jahr 1185 datiert. Der Grundriss der Kirche stammt von einer spätromanischen Pfeilerbasilika mit drei Schiffen und acht Jochen. Im Westen ist dem Langhaus eine dreischiffige und dreijochige Arkadenhalle mit Spitzbögen und Gewölben vorgesetzt. Im Osten schließt sich an den gedrückten Halbkreisbogen ein eingezogener Hochchor an - siehe Chorgestühl von G.A.Machein (1715-1717)-. Auf die beiden Seitenschiffe folgt im Nordosten der fast quadratische Turm und südwärts die rechteckige zweigeschossige Sakristei. Entlang dem Südschiff verläuft der nördliche Kreuzgangflügel mit dem spätmittelalterlichen Bibliotheksraum (Klostermuseum) darüber. Im Westen ist dem Gotteshaus die PRÄLATUR, ein schlossartiges Abtsgebäude von 1482 und 1590 vorgelagert. Darin hat der heutige katholische Pfarrer seine Amts- und Wohnräume. Das Innere des im Kern 800 jährigenGotteshauses lässt drei Stilepochen fast unmerklich ineinander fließen: Spätromanik, Spätgotik, Spätbarock.
Die Deckenfresken (1745-1746) des aus Lachen bei Ottobeuren gebürtigen Münchner Hofmalers Johannes Zick im Hauptschiff sind vor allem dem Gründer des Prämonstratenserordens Norbert von Xanten gewidmet.
Das rechte Seitenschiff erinnert in den Deckenmalereien Zicks an Bischof August von Hippo.
Im linken Seitenschiff ist der Kirchenpatron Magnus (um 700 - 6.9.772) von Füssen dargestellt als Klosterpatron, Flurenbeschützer, Blindenheiler, Drachentöter und Geistervertreiber.
Quellen: + Dr. Otto Beck in versch. Veröffentlichungen

Die Vielfalt der Kunstwerke in diesem einmalig schönen Sakralbauwerk kann in diesem Beitrag nur angedeutet werden, für eine detaillierte Betrachtung stehen dem Besucher des Gotteshauses verschiedene kunsthistorische Abhandlungen zur Verfügung, die in der Sakristei oder dem Pfarrbüro erworben werden können.
Die Kirche St. Magnus ist ganzjährig geöffnet. Von Ostern bis Allerheiligen stehen ehrenamtliche Personen als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung.

Realkatalog 1977: 800 Sitzplätze